Über uns

Latkes*Berlin

Jüdisch – Queerfeministisch – Linksradikal

Latkes*Berlin ist eine Gruppe von Leuten, die sich mit ihrem eigenen Jüdischsein auseinandersetzt und damit, was es bedeutet, in Berlin und Deutschland queerfeministisch, linksradikal UND jüdisch zu sein, und dabei auch noch gleichzeitig israelsolidarisch und rassismuskritisch.

Ein paar kurze Erläuterungen dazu, was wir unter diesen Labels verstehen:

„Queerfeministisch“ meint weniger eine Identität als eine politische Einstellung. Dazu kommt für die meisten von uns eine Verortung in der „queeren“ Berliner Szene und das daraus entstehende Bedürfnis, in diese Szene zu intervenieren.

„Jüdisch“ ist irgendwie identitär gedacht, aber im weitesten Sinn: als religiöse Praxis, im halachischen Sinn oder über die (groß-)väterliche Linie, im historischen Sinn als Teil der Familiengeschichte und vieles mehr. Für viele von uns ist die Frage des eigenen Jüdischseins auf die eine oder andere Art kompliziert, und auch für diese Auseinandersetzung schafft unsere Gruppe einen Raum.

„Israelsolidarisch“ meint vorerst nichts anderes als dass das Existenzrecht und die Notwendigkeit Israels – als Staat, der stets die Möglichkeit zur Zuflucht für Jüd_innen bietet – außer Frage stehen. Daraus entsteht für uns das Bedürfnis, uns kritisch mit der sogenannten Israelkritik (einschließlich ihrer aktuellen massiven Manifestation in BDS-Kampagnen und Pinkwashing-Vorwürfen) auseinanderzusetzen, die damit verbundenen Antisemitismen genauer unter die Lupe zu nehmen und Gegenstrategien zu entwickeln. Dabei ist es uns wichtig, den deutschen post-nationalsozialistischen Kontext immer mitzudenken.

„Rassismuskritisch“ bedeutet, Antisemitismus und Rassismus nicht gegeneinander auszuspielen, sondern beides für ernstzunehmende Probleme halten, die in ihren Verwobenheiten, Gemeinsamkeiten, Unterschieden und Wechselwirkungen bedacht werden. Uns ist es wichtig, dass Interventionen und Argumentationen gegen Antisemitismus nicht rassistisch sind und solche gegen Rassismus nicht antisemitisch.

Wir beschäftigen uns inhaltlich und theoretisch mit den oben angerissenen und weiteren Fragen – rund um Jüdischsein in Deutschland, Verortung in linksradikalen und queeren Szenen, Antisemitismen in eben diesen Szenen und anderswo, das Verhältnis von Rassismus und Antisemitismus in Theorie und Praxis, (Anti-)Zionismus, Israel und unser Verhältnis dazu, und was für uns noch so zu diesen Themenkomplexen gehört. Texte lesen, diskutieren, unsere Erfahrungen austauschen, Strategien zum Umgang mit Antisemitismuserfahrungen entwickeln, Texte schreiben und/oder anders in aktuelle Debatten intervenieren.

Wir wollen diese Auseinandersetzungen primär auf Deutsch führen, nicht nur, weil wir in den deutschen Kontext intervenieren wollen, sondern auch, weil für uns die deutsche Sprache einer der Orte ist, an denen sich für uns viele der emotionalen Ambivalenzen widerfinden, die wir für die Auseinandersetzung produktiv machen wollen.

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